Donnerstag, 14. Juli 2016

Alles muss raus - wenn der Tag eine Wendung nimmt


Es ist ein befreiendes Gefühl, Dinge, die einem einmal wichtig waren, einfach loszulassen, sie ihrem Schicksal zu überlassen, ohne schlechtes Gewissen, sie entweder zu verkaufen, zu spenden oder einfach wegzuwerfen.
Ich hatte unter anderem drei Bären unserer Kinder zu verkaufen, ich hasse Bären. Diese drei Exemplare sehen zwar niedlich aus, aber im Grunde sind sie nur Staubfänger. Eine Frau aus der Nähe meldete sich und wollte einen der Bären, „den der auf dem Foto am niedlichsten guckt“, sofort abholen. Ich wunderte mich noch zunächst obgleich der Auswahl, denn eigentlich sind alle drei Bären identisch. Pünktlich steht diese kleine, zierliche, noch junge, aber bereits grauhaarige Frau vor meiner Tür. Ich zeige ihr den Bären, dessen Position ich nach dem Foto und der E-Mail nicht verändert habe. Sie steuert zielstrebig auf ihn zu, nimmt ihn fest in den Arm und drückt ihn herzlich. In mir tauchen komische und etwas beklemmende Gefühle auf. „Der ist für meine Tochter“, sagt sie und fügt hinzu „sie ist tot“.
Ich muss schlucken, denn sie bricht sofort in Tränen aus. Hilflos wie ich bin versuche ich sie zu beruhigen, ihr Kraft zu geben. Sie berichtet mir vieles, ich bin kaum in der Lage, ihr komplett zu folgen, mich überfordert die Situation, ich fühle mich nicht Herr der Lage. Nur so viel, vor einem Jahr sei ihre Tochter in einem Teich als 3-Jährige ertrunken. Seitdem steht sie alleine da, ohne Hilfe, ohne Halt…

Sonntag, 8. Mai 2016

Gesundheitsamt als verlängerter Arm der staatlichen Obrigkeit

Kontrollinstanzen sind gut, oder etwa doch nicht? Wer das Aufwachsen der eigenen Kinder erleben darf, dem widerfährt unendliches Glück. Gleichzeitig geht er aber auch einen Pakt mit Teufel in Form des Kontrollorgans der öffentlichen Institutionen ein. Wir gehen einmal grundsätzlich von dem Gedanken aus, dass die Geburt eines Kindes für werdende Eltern ein großes Glück darstellt, aber auch eine große Herausforderung mit sämtlichen einhergehenden Verpflichtungen und Perspektiven. Darüber hinaus wächst und verteilt sich der Bereich der Verantwortung, nicht nur einem selbst gegenüber, sondern vor allen Dingen im Hinblick auf den Lebensweg des Neugeborenen.

Wir sind der Auffassung, freiheitlich und selbstbestimmt in der Bundesrepublik Deutschland aufwachsen und leben zu dürfen, aber diese naive gedankliche Herangehensweise stößt mitnichten mit Fokus auf besagte Institutionen auf Gegenliebe.

Beispiel: Die Geburt stellt nicht nur den ersten Atemzug in unserem Leben dar, sondern auch eine Art lebenslanger Vertrag, den ich ganz automatisch mit dem Land, welches in meinen offiziellen Papieren hinterlegt wird, eingehe, ohne dass mir oder meinen Erziehungsberechtigten ein späteres Widerrufsrecht eingeräumt wird. Dieser Vertrag bietet mir sicherlich viele Vorteile, auf die ich im Zuge dessen nicht eingehen möchte, aber auch sicherlich etliche Nachteile – einen möchte ich an dieser Stelle aufgreifen – die sogenannte Früherkennung, auch Vorsorgeuntersuchung (U) genannt.

„Schwere Erkrankungen wie Krebs können uns in jedem Lebensabschnitt treffen. Damit Erkrankungen in einem möglichst frühen Stadium erkannt werden können, bieten die gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten sogenannte Früherkennungsuntersuchungen – zum Teil auch als „Vorsorgeuntersuchungen“ bezeichnet – an. Die Behandlungs- und Heilungsmöglichkeiten sind oftmals besser, wenn eine Krankheit zu einem frühen Zeitpunkt erkannt wird. Früherkennungsuntersuchungen sind ein wesentlicher Teil der Prävention.“
(Quelle: Bundesministerium für Gesundheit – Früherkennung)

Was fällt auf? Zuerst wird das unschlagbare und ohne zulässige Gegenwehr geltende Totschlagargument einer schweren Erkrankung aufgeführt, gefolgt durch den Ansatz, dass es sich um Prävention handelt, welche vonseiten des Staates strikt ausgeübt und überwacht wird. Vergessen wird aber die Tatsache, dass diese „gängelnden Präventionsmaßnahmen“ mit dem 13./14. Lebensjahr enden, und der Heranwachsende sowie deren Erziehungsberechtigte ihrem gesundheitlichen Schicksal infolgedessen plötzlich selbst überlassen werden. Aufgrund der eng bemessenen Untersuchungszeiträume lässt sich gewährleisten, dass der Adressat – sprich die Eltern – willentlich Folge leisten werden. Aus eigener Erfahrung können wir aber konstatieren, dass diese enge Maßgabe unter Berücksichtigung bestimmter Ausnahmesituationen die Eltern in Zugzwang bringt. Beispiel: Aktuell befinden wir uns in der Situation eines einjährigen Sabbaticals, welches die Tatsache nicht zulässt, für eine „Zwangsuntersuchung“ den Rückweg anzutreten. Vonseiten des Gesundheitsamtes sind wir auf taube Ohren gestoßen und bestraft uns aufgrund der zeitlichen Inflexibilität mit einem Bußgeld sowie der Kostendeckung einer nachträglichen Untersuchung. So ist Deutschland...

Sonntag, 14. Februar 2016

Pflichtvideo für unsere Bundesregierung!

Ich gebe zu, dass aktuelle Themen in Form einer Verarbeitung oder Zusammenfassung oder wie auch immer nicht gerade geeignet sind, hier publiziert zu werden - der Weg, sich auf extrem gefährliches Glatteis zu begeben, ist hoch. 
Aber auf mich als neutralen Beobachter der Geschehnisse in Deutschland, in Europa und in der Welt gerät im Moment wirklich vielen aus den Fugen.

Setzt euch endlich alle zusammen, arbeitet an wirklichen und ernsthaften Lösungen, die nicht nur dem Eigeninteresse dienen ... handelt endlich!!!


Mittwoch, 27. Januar 2016

Wir haben uns mal sehr geliebt...


An einem Tag in den 1970er Jahre, da hast Du mich geboren, in Deiner Obhut durfte ich wachsen, durfte toben, mich ausleben, immer hast Du mir Deine schützende Hand gereicht, dafür gesorgt, dass ich weich fallen werde, niemals fühlte ich mich im Stich gelassen, ich durfte im Kindergarten meine Erfahrungen sammeln, habe damals erkannt, dass es Menschen gibt, die anders aussehen, aufwachsen als ich, du hast dafür gesorgt, dass ich Toleranz zeige, andere integriere und mich in eine Gemeinschaft einfüge, dank Dir musste ich die Schule besuchen, anfangs bin ich sehr gerne dort hingegangen, dann wurde die Tage, Wochen und Monate für mich schwieriger, mit der Zeit fühlte ich mich wie während eines Marathons, die letzten Jahre bis zum Abitur waren geprägt von Deinen Durchhalteparolen – ich habe das Ziel erreicht, im Anschluss durfte ich mir mit Deinem Segen eine Auszeit gönnen, konnte Kraft und Gedanken sammeln und schlussendlich Zukunftspläne schmieden, aufgrund Deiner Zustimmung habe ich auch mein Studium mit viel Erfolgswillen meistern können, den Weg in mein berufliches Leben hast Du dann nicht mehr so intensiv begleitet, wir haben uns in diesen Jahren ein wenig verloren, Abstand gewonnen, immer mehr keimte in mir der Gedanke auf, dass ich Dir nicht mehr ganz wohlgesonnen bin, plötzlich war ich nicht mehr so wichtig, Dein Fokus hatte sich verlagert, mittlerweile muss ich gestehen, dass ich dich nicht mehr verstehe, deine Handlungen geben mir Rätsel auf, ich habe Angst, dass Du schwer krank sein könntest, ist es Alzheimer oder gar noch schlimmer? – Du würdest mich doch nicht im Unklaren lassen, oder? – Deine Zukunft scheint geschrieben zu sein, unabdingbar, wir werden voneinander scheiden, das wird mir derzeit bewusst… wach auf!

Samstag, 16. Januar 2016

Vom „müssen“ und „dürfen“

Ist es Ihnen auch schon aufgefallen? In unseren zwischenmenschlichen Dialogen verwenden wir nahezu immerzu das Wort „muss“.

Ich muss heute noch den Rasen mähen!

Mein Auto muss ich auch mal wieder waschen!

Aus meiner Sicht beinhaltet dieses Wort immer eine Prise von etwas Negativem, es wird geradezu ein Zwang indoktriniert, etwas zu tun, was keinen Aufschub oder gar Freude zulässt. Beeinflussen oder beeinträchtigen wir uns mittels dieser Wortkonstruktion nicht quasi selbst? Nehmen wir uns nicht von vornherein die Freiheit, aus gewollten Stücken und mit viel Elan etwas zu tun oder zu erledigen?

Aber wo sich ein Problem auftut, da entsteht auch gleichzeitig sehr häufig ein Lösungsweg. Wir dürfen uns also zunächst einmal von dem inneren Zwang der Verwendung alltäglicher Wortphrasen befreien und lernen von Grund auf neue einstudierte Wortgebilde – auch Sätze genannt. Wie hört sich das an?

Wir dürfen heute noch einkaufen gehen.

Abends darf ich den Kindern immer eine Geschichte vorlesen.

Auch wenn einen das persönliche Umfeld im ersten Moment infolge der Verwendung dieser Worte äußerst komisch, gar irritiert anschauen wird, so dürfte allerdings der Absichtszweck bald der vorgefertigten eingeschränkten Gedankenwelt weichen. Es geht doch lediglich darum, seinem eigenen Leben auch mal eine Abwechslung zu bieten.

Mittwoch, 27. Mai 2015

Sind wir lediglich Lückenbüßer?

An dieser Stelle soll es nicht um die Frage nach dem Sinn des Lebens gehen. Dieser Aspekt sollte sowieso bereits hinlänglich geklärt sein. Der Sinn des Lebens ist es, zu leben. Punkt. Nichts anderes.
Vielmehr sollten wir unsere irdische Zeit als eine Art Wimpernschlag im Kontext der Ewigkeit betrachten. Was bedeutet das aber nun konkret für uns? Es geht darum, dieses Vakuum unseres Lebens mit etwas Sinnvollem zu füllen. Insbesondere sollten wir uns unbedingt freimachen von den Gedanken und Meinungen anderer. Es tut nicht weh, auch einmal anzuecken – quer zu denken, antizyklisch zu handeln. Ich höre bereits die vielen, vielen ABERS, nein, die existieren nicht. Auf der einen Seite befindet sich meine derzeitige Lebenssituation, auf der anderen Seite mein Wunsch, Traum, mein Ziel.

Als Kind war ich ein Freund dieses Ich-verbinde-nun-Zahlen-miteinander-Spiels. So ähnlich gestaltet sich auch unser Leben, am Schluss ergibt sich ein scharfes Bild. Diesen Gedanken sollten wir immer in uns tragen und ihn wie einen Schatz hüten.

Samstag, 23. Mai 2015

Wenn ein Dino abstürzt

Die Frage, die mich in diesen Tagen als latent passionierten Fußballbegeisterten umtreibt, beruht auf dem Gedankengang, ob der Hamburger SV absteigen sollte oder nicht. Ganz klar, als Bremer und mit vollem Herzen gedanklichen Unterstützer des SV Werder Bremen darf und werde ich diese Frage mit ganzer Inbrunst mit einem JA beantworten.
Kritiker müssten jetzt anmerken… “Aber was ist denn dann mit diesen überaus spannenden und kampfbetonten Derbys?“ Zum einen existieren diese Derbys, wie wir sie beispielsweise noch im sagenumwobenen Jahr 2009 als Werderfans erleben durften, seit Jahren nicht mehr, auf der anderen Seite ist doch auch die Zeit reif, sich im norddeutschen Raum einen neuen Klassenfeinde zu erschließen. An dieser Stelle möchte ich gerne den VfL Wolfsburg ins Boot holen, da sich auch Hannover 96 möglicherweise noch der Situation eines Relegationsspiels stellen muss. Aber vielleicht kommt es letztendlich doch ganz anders, als es sich unsere Bundesligaköpfe derzeit zusammenreimen.


Abschließend sei aber noch angemerkt: Allein die Tatsache, dass auch die Dinos seit Millionen von Jahren nicht mehr Mutter Erde bevölkern, rechtfertigt einen kurzen Ausflug des Hamburger SV in das Terrain der 2. Bundesliga – aussterben müssen sie ja nun nicht gerade.